Home Allgemein Ergebnis Montagsfrage #3: Inwieweit darf ein Blogger von seinem Blog profitieren?

Ergebnis Montagsfrage #3: Inwieweit darf ein Blogger von seinem Blog profitieren?

by Diana
Letzten Montag wollte ich eure Meinung zum Thema „Inwieweit darf ein Blogger von seinem Blog profitieren?“ wissen. Ihr habt immer eine Woche lang Zeit bei der aktuellen Montagsfrage abzustimmen und dieses Mal gab es 83 Teilnehmer. Vielen Dank für das fleißige Abstimmen! 🙂

Es gibt ja viele verschiedene Arten, wie ein Blogger von seinem Blog profitieren kann. Dies kann in Form von Gratisprodukten, Einladungen zu Events oder durch Geld für Werbung etc. geschehen. In Deutschland scheint die Zahl der Blogger, die vom Bloggen hauptberuflich leben können, noch vergleichsweise gering zu sein. Zumindest wird über das Thema Geld vor allem in der Beautybloggerszene selten offen gesprochen.Ein Blog bedeutet natürlich viel Arbeit und es steckt meist eine Menge Herzblut drin. Die intrinsische Motivation ist sicherlich Grundvoraussetzung, dass man als Blogger lange am Ball bleibt. Wer es z.B. nur wegen der Gratisprodukte macht, hat sicherlich nicht lange Freude daran. Solchen Blogs merkt man die Lustlosigkeit sicherlich auch früher oder später an. Also warum sollten Blogger nicht auch ein bisschen Gegenleistung für ihre Arbeit bekommen, solange sie offen und ehrlich mit dem Thema umgehen und ihre Meinung nicht kaufen lassen? Darauf deutet zumindest das Ergebnis hin, denn der Großteil von euch hat nichts dagegen, wenn ein Blogger von seinem Blog Profit in der ein oder anderen Form schlägt.

 

Montagsfrage #3
Inwieweit darf ein Blogger von seinem Blog profitieren?

 

 

7% sind der Meinung, dass ein Blogger überhaupt nicht von seinem Blog profitieren sollte

Nur wenige Teilnehmer sind der Ansicht, dass Blogger in keiner Weise Profit aus ihrem Blog schlagen sollten, egal ob dies nun in Form von Gratisprodukten oder Eventeinladungen oder gar Geld geschieht. Das kann natürlich verschiedene Gründe habe, ich denke in den seltensten Fällen ist es Missgunst. Viel eher wird den gesponserten Bloggern misstraut, dass die Review über ein gesponsertes Produkt noch ehrlich sein kann. So schreibt wasmachtheli, dass sie Reviews über gesponserte Pflegeprodukte selten vertraut. Für eine Creme braucht man einfach eine bestimmte Zeit zum Testen und wenn jeden Monat eine neue gesponserte Creme vorgestellt und gelobt wird, wirkt das schnell unrealistisch. Sie hat auch schon Blogs entfolgt, die fast nur noch Gratisprodukte vorstellen.

Eine beeinflusste Meinung muss vielleicht nicht einmal absichtlich geschehen, sondern läuft vielleicht sogar unbewusst ab. Vielleicht traut sich ein Blogger auch nicht eine allzu negative Review zu schreiben, weil sonst eventuell weitere Gratisprodukte ausbleiben.

84% haben nichts gegen Gratisprodukte für Reviews, Gewinnspiele etc. 
 

Die wohl gängigste Form wie ein deutscher Beautyblogger von seinem Blog profitieren kann sind Gratisprodukte. Dies wird auch von der Mehrheit der Teilnehmer für in Ordnung befunden. Die Firmen stellen die Produkte oft gerne auch kleineren Blogs zur Verfügung und bekommen dadurch günstig Werbung im Netz. Da ein Beautyblog sicherlich auch von Reviews über immer neue und interessante Produkte lebt und das Bloggen somit schnell ins Geld gehen kann, freuen sich die Blogger natürlich meist über die Gratisprodukte. Dadurch erhält der Blogger auch die Möglichkeit neue Produkte zu reviewen und dadurch viele Leser auf den Blog zu locken.

Was aber eher nicht so gut ankommt sind reine Produkttestblogs. So schreibt Katie, dass sie das Gefühl hat, dass solche Blogs nur hinter Gratisprodukten her sind und somit die Befürchtung bleibt, dass die Produkturteile zu positiv und gutmütig ausfallen. Vor allem auf Blogs, die viele verschiedene Produkte von Kosmetik über Lebensmittel bis hin zu Büchern alles testen, sind für sich nicht besonders ansprechend, da hier berechtigte Zweifel bestehen, ob in all diesen Bereichen das notwendige Fachwissen für qualifizierte Reviews vorhanden ist. Sie selbst würde deshalb keine Kosmetika annehmen, da sie sich ihrer Meinung nach in diesem Bereich zu wenig auskennt, um ihren Lesern ein qualifiziertes Urteil darüber abzugeben.

Manche Leser stören sich jedoch daran, wenn es mit den gesponserten Produkten überhand nimmt, wie ein Befragungsteilnehmer schreibt:

Ich habe nichts gegen ein paar Beiträge zu gesponserten Produkten pro Monat, aber auf manchen Blogs nimmt es überhand mit dem PR-Samples. Das ist für mich dann kein privates Blog mehr, sondern eine fast schon kommerzielle Platform.“ (Anonymer Kommentar bei sonstige Antworten)

Blogs die nur Reviews schreiben sind für Bling.Bling persönlich nicht von Interesse, auch wenn sie es völlig in okay findet, wenn ein Blogger Gratisprodukte erhält

40% gaben an, dass ein Blogger Geld für Reviews, Kooperationen, Links, Werbung etc. erhalten darf

40% der Teilnehmer gaben an, dass ein Blogger auch Geld für Reviews, Kooperationen, Links, Werbung etc. erhalten darf. Blogs die Werbebanner eingebunden haben, erhalten dafür natürlich Geld. Oft wird nach Klicks bezahlt, so dass sich diese Art der Werbung sicherlich erst für relativ große Blogs mit viel Traffic lohnt. Werbung wird von den Lesern oft auch als störend empfunden, so dass jeder Blogger sicherlich abwägen muss, ob sich die geschaltete Werbung für ihn wirklich auszahlt. Aber auch für Links und Kooperationen können Blogger Geld von Firmen erhalten.

Tiffy schreibt, dass es ihr im Grunde egal ist, ob ein Blogger mit dem Blog Geld verdient und gibt zu, dass sie das auch machen würde, wenn sie die Möglichkeit dazu hätte. Wichtig ist für sie, dass die ehrliche Meinung gesagt wird. Wichtig ist hier vor allem Transparenz, damit die Leser erkennen, ob ein Beitrag gesponsert wurde. Auch Yours Sabrina findet Geld für Posts nicht schlimm, so lange man merkt, dass sich der Blogger trotzdem noch Mühe gibt mit seinem Blog.

 

73% sind der Meinung, dass Einladungen zu Events in Ordnung sind

Beiträge über Events liest man nicht gerade selten auf den verschiedensten Blogs. Diese findet Patricia z.B. aber nur dann interessant, wenn man auch etwas über das Unternehmen und seine Produktpalette erfährt. Wer kennt sie schließlich nicht, die zahlreichen Fotos über die leckeren Cupcakes und die hübsche Deko auf den Events 😉 Patricia ist deshalb sicherlich nicht die Einzige, die keine hundert Baby- und Essensfotos und inhaltslose Berichte lesen möchte, da das für sie als Leser völlig uninteressant ist. Grundsätzlich ist aber die Mehrheit der Teilnehmer der Meinung, dass Einladungen zu Events in Ordnung sind und finden daran nichts verwerfliches, wenn Blogger diese Einladungen annehmen.

43% sagen, dass ein Blogger beruflich von seinem Blog profitieren darf, entweder um sich mit dem Bloggen seinen Lebensunterhalt zu finanzieren oder um Vorteile bei einer Bewerbung zu haben

Melissa hat meinen Eindruck bestätigt, dass es in Deutschland verpönt zu sein scheint, wenn ein Blogger hauptberuflich bloggt. Dabei scheint das in anderen Länder gar nicht so unüblich zu sein. Melissa stört das nicht, solange der Blogger seine Authentizität nicht verliert und sich noch traut seine ehrliche und kritische Meinung zu formulieren. Jettie hatte Ende letzten Jahres einen Beitrag zu diesem Thema geschrieben und zeigte die Unterschiede der deutschen Bloggerszene zur internationalen Bloggerlandschaft auf.

Ricarda ist hauptberuflich Bloggerin und erklärt, dass sie ihr Geld nicht dafür bekommt, dass sie die Meinung einer Firma vertritt, sondern dafür dass sie Artikel mit ihrer Meinung schreibt. Wichtig ist für sie, dass ein Blogger ehrlich bleibt und sich nicht eine Meinung bezahlen lässt. Einen sehr interessanten Beitrag zu diesem Thema könnt ihr auf ihrem Blog lesen.

Ein Blogger kann aber auch anderweitig beruflich von seinem Blog profitieren. Patricia hat das Gefühl, dass der Blog einem zu vielem verhelfen kann, z.B. wenn man ihn im Lebenslauf aufführt, was vor allem im Künstler- und IT-Bereich häufiger gerne gesehen wird.

Fazit Montagsfrage #3

Nur ein sehr geringer Anteil von 7 Prozent findet, dass ein Blogger überhaupt nicht von seinem Blog profitieren sollte. Für die Mehrheit der Teilnehmer sind Gratisprodukte und Einladungen zu Events völlig in Ordnung. Anders sieht es aus, wenn Geld im Spiel ist. Profitiert ein Blogger beruflich von seinem Blog oder verdient Geld damit, wird dies nur noch von ca. 40 Prozent der Teilnehmer für gut befunden.

Wichtig ist hier, wie in den Kommentaren deutlich wurde, vor allem die Transparenz. So schreibt z.B. Godfrina, dass man ehrlich sein und kennzeichnen soll, ob ein Produkt umsonst war oder ob Geld geflossen ist.

NinjaHase sieht das ähnlich wie Godfrina. Grundsätzlich ist es iher völlig egal, ob ein Blogger mit dem Blog Geld verdient oder jedes Produkt kostenlos bekommt, solange alles klar und verständlich markiert ist. So kann sie als Leser selbst überlegen, wie viel sie auf die Review geben möchte. Gesponserte Produkte werden eventuell minimal anders bewertet als selbst gekaufte Produkte, deshalb ist es wichtig, dass der Leser darüber informiert wird und sich selbst seine Meinung bilden kann. Ich selbst für meinen Teil habe zum Beispiel beschlossen, Reviews über Gratisprodukte nicht nur entsprechend zu labeln, sondern liste diese auch noch einmal explizit auf (hier nachzulesen).

Überrascht euch das Ergebnis oder habt ihr damit gerechnet? Die nächste Montagsfrage gibt es wie immer kommenden Montag. Vorschläge könnt ihr jederzeit gerne per Kommentar oder Mail einreichen.

 

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xGoldenPurple 4. Juni 2012 - 22:58

Ich hätte um ehrlich zu sein, eine niedrigere Quote bei der Wahl Geld verdienen erwartet. Doch der Rest hat mich nicht so groß überrascht. Und wenn ich so lese, was für Kommentare deine Leser schreiben, gebe ich irgendwie jedem Recht 🙂

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Yours Sabrina 5. Juni 2012 - 6:13

Ich habe mit dem Ergebnis gerechnet (und mir fallen gerade die ganzen Tippfehler auf in dem Kommentar). ich habe die letzte Woche sehr viele Posts darüber gesucht, gefunden und gelesen.

Besonders interessant finde ich einfach das es hier wirklich verpönt ist und in anderen Ländern normal zu sein scheint, typisch deutsch? oder eher eine nichts-gönner-mentalität?

Ich bin schon gespannt auf die nächste Frage

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Gini 5. Juni 2012 - 6:29

Finde ich echt super wie du das ausgewertet hast 🙂
Ich persönlich glaube es ist mehr eine Nichts-Gönner-Mentlität, als typisch Deutsch. Ich finde das richtig traurig. Wenn ich einen erfolgreichen Blog habe, warum sollte ich für die Arbeit nicht auch entlohnt werden? Warum sollte ich es nicht auch hauptberuflich machen?
Mir erschließt sich einfach nicht der Gedankengang, der hinter diesen Leuten steckt, die das ablehnen.
Ich freu mich jetzt schon richtig auf die nächste Frage, damit ich mit machen kann! 🙂

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DaniB001 5. Juni 2012 - 7:47

Wie immer ein sehr interessantes Theme und den Post habe ich gerade sehr begeistert gelesen.
Am Ende des Tages entscheidet jeder Blogger für sich selbst, wie er damit umgeht. Die Leser entscheiden dann, ob sie dieses gut finden oder eben nicht 🙂

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Katie 5. Juni 2012 - 9:06

Wie bereits erwähnt, ein interessantes Thema. Wie GoldenPurple auch hätte ich eine geringere Quote bei "Geld verdienen" erwartet, aber ansonsten überrascht mich das Ergebnis auch nicht wirklich.

Ich freu mich schon auf nächsten Montag =)

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Moon 5. Juni 2012 - 13:33

Interessantes Ergebnis.
Mit Gratisprodukten hab ich auch kein Problem, aber Geld ist wirklich immer ein zweiseitige Medaille, denn auch ich hab oft das Gefühl, dass sogar schon "nur" für Gratisprodukte die Objektivität über den Haufen geschmissen wird.

Weiß nicht, ob das nur bei uns ein Problem ist oder generell. Und das ist das, was ich nich tmag. Wenn ich das Gefühl habe, dass der Blogger seine eigene Meinung nicht kundtun kann, dann entfolge ich sofort – gekaufte Meinungen bringen mir ja rein gar nichts!

Finde deine Fragen wirklich klasse, weiter so!!

Liebe Grüße

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Dawns World 5. Juni 2012 - 17:43

Sehr interessanter Post und schön aufbereitet!
Hätte nicht damit gerechnet, dass so viele es gut heißen, wenn man sich durch den Blog seinen Lebensunterhalt finanziert.

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Bling.Bling 5. Juni 2012 - 19:28

ich finde das mit der idee der montagsfrage eine interessante, tolle sache! -> weitermachen. 😀

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KAwieKatze 7. Juni 2012 - 10:52

das ergebnis ist für mich erwartungsgemäß.

die meinung mit der transparenz teile ich…
sprich man sollte offen damit umgehen, was gesponsert/kostenlos geschickt wurde und was nicht… dann weiß das jeder und kann sich überlegen ob er der meinung/review vertrauen will oder nicht…

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beautyjagd 7. Juni 2012 - 13:00

Deine Auswertung ist ja psuperrofessionell aufbereitet, mit all den Kommentaren dazwischen:) 🙂 Danke dafür! Und ich bin auch schon auf die nächste Frage gespannt.

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Godfrina 8. Juni 2012 - 9:09

Oh sehr schön aufgeschlüsselt!
Und ehrlich gesagt, schockiert es mich überhaupt nicht, dass manche pöhses Geld nehmen würden – wieso denn nicht, ist meine "Arbeit" am Artikel nur den Produktgegenwert wert? Jeder Pups in einem Magazin wird bezahlt, der Blogger macht das aber bitte gratis und am besten immer aus eigener Tasche!

Es ist eben so: Selbst wenn ein PR Artikel (verbotenerweise) nicht als solcher gekennzeichnet wird – ich als Leserin gebe doch meinen Verstand beim Einschalten des PCs nicht ab? Selbst wenn die Bloggerin mit dem Beitrag verdient hat, ich muss es doch nicht sofort auf alle Ewigkeit glauben. Und sofort kaufen rennen!

Vermute, ich bin da schon befangen, von Bloggerseite her, aber ich würde sowohl als Bloggerin als auch Leserin einfach raten, das Oberstübchen immer schön an zu lassen. So kann man als Blogger zwischen guten und Abzockeranfragen unterscheiden, und als Leser ebenso zwischen gut geschriebener Meinung und PR-Masche!

So! /rant 😀

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